Saanti: Hand in Hand for Cats – Katzen aus der Ukraine

Saanti: Hand in Hand for Cats – Katzen aus der Ukraine

Heute möchte ich euch mal vorstellen, woher ich eigentlich komme und wer meinen Popo lila gemacht hat (!)

Im Jahr 2014 entstand der Verein „Helping Hands for Cats“. In 2015 konnte der Verein dann auch eine gigantische Erfolgsbilanz vorweisen und insgesamt 95 Katzen in ein tolles, neues Zuhause vermitteln. Davon 68 Miezen aus der Ukraine und 27 Miezen aus Omsk. Darunter war auch ich fesche Mieze!

Nach viel Erfahrung in der zwischenmenschlichen Konfliktbewältigung (die man eigentlich gar nicht sammeln wollte) hatte sich der Verein dann Ende 2015 dazu entschieden, einen ganz neuen, sauberen Weg zu gehen und so ist am 17.01.2016 der neugegründete Verein „Hand in Hand for Cats“ entstanden, mit dem Schwerpunkt ‚Ukraine‘, der kurze Zeit später auch seine Gemeinnützigkeit erlangt hat.

In der Ukraine stehen 2 Städte im Vordergrund, das ist einmal die 2,85 Millionen-Hauptstadt Kiev, wo ich herkomme und zum anderen die 1,7 Millionen-Stadt Дніпропетровськ (Dnipropetrovsk), die schon wirklich sehr nah dran ist am Kriegsgeschehen. Ach ja, vergisst man ja so leicht, in der Ukraine herrscht immer noch Krieg (!) Trotz des Kriegsgeschehens mit prorussischen Gegnern ist das den Hand in Hand for Cats völlig schnuppe, die bildeten in der alten Vereinskonstellation mit dem dritten, wichtigen Städtchen nämlich eine friedvolle Einheit, denn das dritte Städtchen war Omsk in Russland. (Mittlerweile ist die Pflegestelle in Omsk mit einem ehemaligen Mitglied in dessen neuen Verein mit rübergezogen.)

HHfC_Bilanz 2015

Das liegt, wie einige von euch sagen würden, am Arsch der Welt, in Sibirien und da sagen sich vermutlich nicht mehr Fuchs und Hase ‚Gute Nacht‘ sondern Bär und sibirischer Tiger. Also fast so wie ich. * zwinker * Dennoch ist Omsk mit seinen 1,15 Millionen Einwohnern die siebtgrößte Stadt Russlands und ihr könnt erahnen, wie viele Katzen es dort zu retten gibt.

Die Katzen landen aus unterschiedlichsten Gründen ‚auf der Strasse‘, wo sie dann von Tatiana, Olja oder Irina aufgegriffen werden. Sei es, weil Tiere dort eh nicht viel wert sind. Sei es, weil die Leute nicht wissen, wie sie sich selbst durch den Winter oder einfach durch das Leben bringen sollen, sei es, weil sie aus Angst vor dem Krieg fliehen und dann eben ihre Haustiere nicht mitnehmen und ihrem eigenen Schicksal überlassen.

Vermutlich denken viele, dass es uns auf der Strasse besser geht, weil wir uns doch alleine durchschlagen können, aber nicht jede Katze ist als Strassengang-Mitglied und Meisterjäger geboren. Viele von uns haben eine Maus nicht mal von hinten gesehen, geschweige denn gemampft und wir tauchen dann irgendwann an einer der Futterstellen auf, die Tatiana, Olja oder Irina und die vielen anderen Helfer vor Ort betreuen. Diejenigen, die offensichtlich krank sind, die auf der Strasse nicht so gut klarkommen oder zu vertrauensselig sind und einem Tierquäler förmlich in die Arme springen würden, die werden dann sofern möglich eingefangen und betreut und kommen dann u.a. auch in die Vermittlung.

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Und wie die Vermittlung bei mir aus der Ukraine aussah, das will ich euch jetzt mal beschreiben.

Also erstmal gibt es eine Quarantänezeit, die einzuhalten ist und auch strikt eingehalten wird. Bei der Einreise in die EU geht das nach einer bestimmten Länderaufteilung, die u.a. danach gerichtet ist, wie hoch das Risiko für das Tier ist, an Tollwut zu erkranken. Die Ukraine gehört dabei zu den sog. nicht gelisteten Drittländern und da muss ich gegen Tollwut geimpft und danach in Quarantäne gehalten werden, bevor der Impftiter gemessen werden kann und dann muss ich nochmal einen Monat in Quarantäne verbringen, bevor an eine Ausreise überhaupt gedacht werden kann.

Das Gute ist, dass in der Ukraine für deutsche Verhältnisse alles sehr preiswert ist. So kann schon die Spende für die Namenspatenschaft die meisten Untersuchungen finanzieren und wir werden richtig auf den Kopf gestellt. Wir werden auf alle gängigen Krankheiten untersucht, sogar ein Corona-Titertest wird gemacht – ihr wisst ja, dass bei 10% aller Corona-infizierten Katzen eine Mutation des Virus für die schlimme Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) sorgen kann – das Damoklesschwert der heutigen Katzenpopulation – die aber durch eine stressfreie Haltung und gesunde Ernährung prima in Schach gehalten werden kann. Man muss es nur wissen. Hier wird alles völlig transparent für den Interessenten dargestellt.

Wenn ich dann einen Namen habe und man ein bisschen zu mir schreiben kann, dann erscheine ich auf der Vermittlungsseite der HHfC (Hand in Hand for Cats) oder auf Facebook: Katzen aus der Ukraine. Nachdem ihr euch dann in mich verguckt habt, fragt ihr auf der Webseite oder bei Facebook an und dann wird eine Vorkontrolle organisiert. Wenn diese positiv ausfällt und man als neuer Dosi akzeptiert ist, dann fängt jetzt das Warten an – je nachdem, wie mein Quarantänestatus ist.

Dabei könnt ihr schon Kontakt zu den Helfern vor Ort knüpfen, die euch einiges über mich erzählen werden. Ihr werdet regelmässig Fotos von mir sehen können – im Album oder von der Pflegemama selbst. Oder auch in der Facebook-Gruppe, von der ihr ein Teil sein dürft, wo schon mal Bilder davon gepostet werden, wie wir hier untergebracht sind. Dabei müsst ihr dann alle eure Ansprüche einmal gegen Null schrauben, wenn ihr Fotos von mir seht, wie ich z. B. in der Klinik in einem Käfig untergebracht bin, mein Katzenklo kein Streu hat oder sich in meinem Napf nur Trockenfutter befindet. Ihr könnt dann erahnen, wenn euch jemand sagt, dass es uns dort tausendmal besser geht als auf der Straße, dass strasse.de und strasse.ua zwei völlig verschiedene Pflaster sind. Aber denkt einfach daran, wie ihr mich verwöhnen werdet, wenn ich einmal bei euch bin, dann ist das für uns beide leichter.

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                (mein erstes mal auf dem Katzenbalkon)

Irgendwann hat das Warten dann ein Ende und ihr bekommt die Info, dass ihr mich abholen könnt. Dazu müsst ihr u. U. ein bisschen fahren. Ich bin zum Zeitpunkt unseres ersten Treffens dann schon ca. 48 Stunden in einem Kennel mit dem Auto unterwegs gewesen – bin vorher zum Tierarzt geschleppt worden, der mir ein beglaubigtes Gesundheitszeugnis ausgestellt hat, bin bei der Einreise in die EU nochmal von einem Amtsveterinär untersucht worden und komme dann irgendwann geimpft, kastriert und entwurmt an einem Treffpunkt an, an dem ich mir erstmal die Beine vertreten darf und Pippiaafutta im Vordergrund stehen.

Für mich musste die neue Futterfrau rund 200km fahren, das hat sie mit der supernetten Sandy gemacht, die sich den schwarzen Flauschbären Bobby an Land gezogen hat und die beiden haben sich echt gesucht und gefunden, die haben sich nämlich seit dem ersten Kontakt nicht mehr losgelassen. * kicher * Ich war natürlich vieeel cooler.

Zuhause warteten 3 neue Kumpels und eine Kumpeline auf mich. Die haben mich alle volle Kanne angefaucht aber ich habe die um meine Pfote gewickelt:
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Nee, war nur Spaß. ich bin ja ein total Netter. Ich habe die einfach mit meinem Charme entwaffnet und denen meinen lila Popo gezeigt (extra unscharf wegen Jugendschutz und so):

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Seitdem nehmen die mich nicht mehr für voll. Die Mama meinte schon, das wäre eine Signalfarbe, damit man mich auf dem gleichfarbigen Fussboden besser sieht. *Augen roll * Aber in Wirklichkeit haben die mir eben kurz vorher erst die Dinger geklaut und das ist dann so ein Wundspray. Punkt. Weiter möchte ich das auch nicht ausführen.

Mir geht es gut hier, ich habe bestimmt tausend mal „Boah, was ist das denn? Krass!“ gesagt. Vielen Sachen, die für die anderen total normal sind und eher schon langweilig, habe ich zu neuem Glanz verholfen. Mittlerweile raufe ich auch schon mit denen, habe noch viel zu entdecken und bin irgendwie immer überall dabei. Und ich kann gut quatschen. Wenn die Mama am Telefon ist, quatsche ich mit, was das Zeug hält.

Von dem Rassestandard der Sibirischen Katzen kann ich viele Punkte erfüllen und wer sich ein bisschen damit auskennt, wird erkennen, dass ich Prachtexemplar quasi eine „Neva Masquarade“ bin. Und ich bin bisher immer mit zwei blauen Augen durchs Leben gekommen. *blinzel *

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Und hier mal noch ein paar Spielimpressionen von mir. Alles Spielzeug wurde von mir katzifiziert!

Naa? Habe ich euch angefixt, auch einer ukrainischen, extrem sozialen Katze ein Zuhause zu geben? Worauf wartet ihr noch?

Wer keinen dieser unglaublich sozialen kätzischen Vertreter aufnehmen kann, der kann auch einfach eine kleine Spende rüberrücken lassen. Bei den Hilfsgütern, die dorthingeschafft werden und den Reisekosten für uns ist die Portokasse nämlich immer gähnend leer. Schaut einfach mal auf die Webseite, dort sind alle Infos hinterlegt: „Hilf den ‚Hand in Hand for Cats‘

Linus: Über echte Schneekatzen und Sibirische Pussys
Saanti: Was ist das denn für ein Irrenhaufen hier?

3 Kommentare

  1. Hallo Saanti, wie schön wieder von dir zu lesen!! Ich hatte schon dein erstes Posting gelesen und wollte auch antworten – nur grade da war wieder irgendwas und ich habe es vergessen. Wie gut, dass jetzt ein Update kam!

    Ich bin so froh, dass es dir in deinem neuen Zuhause gut geht – von Seiten der Menschin hatte ich da auch keine Sorgen, aber bei meiner einen Katzdendame würde ich mich nie trauen, noch ein Tier dazuzuholen.

    Wir wünschen dir alles Gute und sind so stolz auf deine Mami. HHFC klingt total toll!! Wir können euch leider nicht finanziell unterstützen, da wir selber, also Tierarzt und ein Teil unseres Essens, unterstützt werden. Wir werden aber versuchen, eure Seite zu verbreiten, so dass sie vielleicht andere finden, die euch konkret helfen können.

  2. Schnurrbidu Saanti,

    katz, dass können wir uns gar nicht bildlich vorstellen, was du da durchgemacht hast. Wir sitzen hier ja auf unseren weichen warmen Kissen und lassen uns nur bedienen. Wie schrecklich wäre es, auf einmal alleine dazustehen und den Hunger stillen zu müssen. Wie gut das du dich einer Gruppe angeschlossen hast und dann durch liebe Menschen mitgenommen wurdest. Unseren Respekt haben die Menschen dort auf alle Fälle, denn bestimmt stossen sie auch auf Unverständnis weshalb man sich in der schweren Zeit dort uns wundervollen Geschöpfen widmet.

    Frauli will noch mal ein paar Taler rüber schieben, damit auch der ein oder andere Landesgenosse von dir aus diesem gefährlichen Gebiet raus geholt wird.

    Super finden wir, wie toll und auch wie schnell du dich in deiner neuen Familie eingelebt hast. Bist halt ein dufter Typ und das liegt nicht an deinem lila Poppes. Oder der hat allen die Sprache verschlagen *kicher* Und falls mal keiner deiner Mitbewohner mit dir quatschen möchte, dann rufste den Shadow an, der heißt hier nämlich nicht nur aus Spaß ‚Schnattchen‘ 😉

    Viele Umschnurrer
    Shadow, Ernie, Monti & Finn

  3. engelundteufel
    30 Jan 2016

    Huhu Saanti,
    uns geht das Herz auf, wenn wir dich da so spielen sehen 🙂 Toll, dass du bei im Irrenhaus gelandet bist 🙂 Die sind ja auch alle total lieb und dass du die sofort um die Pfote gewickelt hast, war total klar 😀 Misch den Laden da schön auf 😀
    Schnurrer Engel und Teufel

Maunz uns was...

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