!important

LiJaLuJiSa: Katzenfotografie

Nachdem wir unser Wissen in der Fotografie jetzt etwas ausgebaut haben, können wir euch endlich mal ein paar Tipps geben, wie man Katzen am besten fotografiert.

Wer sich ebenfalls zunächst eine solide Basis verschaffen möchte, dem können wir die Bücher, aber vor allem die Kurse bei Karsten Kettermann empfehlen.

Karsten hat die Fotografie von der Pieke auf gelernt und gibt sein Wissen gut verständlich und perfekt aufbereitet in Form von Onlinekursen oder vor Ort in Hamm (bei Dortmund) und Umgebung weiter: fotokurs.org

Fotografie – die Grundlagen

Bevor wir zu den Katzen kommen, gibt es erst einmal ein paar Grundlagen, damit auch jeder das Prinzip versteht und weiss, wann es sich lohnt, bestimmte Sachen überhaupt zu versuchen und wann der Misserfolg vorprogrammiert ist.

Gute Fotos kann man auch mit dem Handy machen – auch da kann man die Standardeinstellungen verändern – man ist dort nur etwas begrenzter mit seinen Möglichkeiten oder besser gesagt der Bandbreite seiner Möglichkeiten. Es gibt aber durchaus Situationen, wo man mit der Automatik am Handy etwas Besseres zustande bekommt als an der großen Kamera, zum Beispiel bei speziellen Lichtverhältnissen ist es oft einfacher.

Ganz wichtig ist beim Fotografieren natürlich das Licht und da spielen Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert eng zusammen. Dazu hat man dann noch die Brennweite, die man mit einbeziehen muss. Alles zusammen ist einfache Physik. Die sich natürlich später mit Kreativität, Motiv und Umgebungsvariablen paart und die eigentliche Seele des Fotos ausmacht, aber wir kommen jetzt erstmal zu den nackten Grundlagen.

Die Blende gibt vor, wie viel Licht in die Kamera fällt. Dabei ist jeder Zahlenwert, der sich auf „1“ zubewegt die größtmögliche Öffnung. Eine Blende von z. B. 32 ist dann nur noch ein kleines Löchlein. Jeder wird einsehen, dass es durch Bauform und den Verwendungszweck der Objektive gewisse Beschränkungen gibt. So wird z. B. ein langes Teleobjektiv es schon aufgrund seiner Bauform schwer haben, einen Wert „1“ zu erreichen. Einem kurzen Objektiv fällt das natürlich deutlich leichter. Die Annäherung an die „1“ macht dann auch oft den Preis eines Objektivs aus, darf sich solch ein Objektiv doch dann als besonders lichtstark bezeichnen. In der Realität „braucht“ man so eine Offenblende aber eher selten.

Der nächste Faktor, der wichtig ist, ist die Verschlusszeit. Diese gibt an, wie lange die Blende geöffnet wird. Ist die Blende weit geöffnet, dann kommt viel Licht hinein. Ist es draussen hell, dann sollte die Verschlusszeit also so kurz wie möglich sein, weil das Bild sonst überbelichtet wird. Ist es draussen dunkel, dann muss die Verschlusszeit länger sein, weil sie ja dann länger braucht, um das Abbild ordentlich belichtet „auf Zelluloid zu brennen“. Dabei sind dann unter Umständen sogar mehrere Sekunden notwendig.

Ein weiterer Punkt ist der ISO-Wert. Früher war das wirklich ein Materialwert, der gab nämlich an, wie lichtempfindlich der Film war. In digitaler Form ist dies ähnlich, allerdings hat ein hoher ISO-Wert je nach Kameraqualität auch ein ‚Rauschen‘ zu Folge, was man dann im Bild als körnige Struktur sehen kann.

Als Resultat daraus haben wir noch die Tiefenschärfe. Diese gibt an, ob auch der Hintergrund des Fotos scharf bzw. unscharf ist. Dabei können sich unscharfe Lichter als Bokeh darstellen – das sind diese runden Kreise im Hintergrund, die einem Foto erst den richtigen Pfiff geben können und die für einige Fotografen Diskussionsgrundlage für Stunden bieten. Die Tiefenschärfe kann mitunter immens sein. Hier im Beispiel mal schön zu sehen, dass nur ein schmaler Streifen parallel zum Fotografen scharf ist und alles davor oder dahinter dann unscharf:

Linus – nur der Streifen mit den Augen ist scharf, am Gitter sieht man, wie schmal dieser Streifen bei Blende 1.4 sein kann. [50mm | f1.4 | 1/2000 | ISO100]

Bei Blende 1.8 ist der Streifen nur minimal schärfer und die Tiefenschärfe immer noch sehr groß. [50mm | f1.8 | 1/1250 | ISO100]

Der Fokus, also der Punkt auf den man scharf stellt, sollte bei Tieren immer auf den Augen liegen, es sei denn, man möchte etwas anderes betonen. Wie man den Fokuspunkt setzt – und während des Fotografierens verändert – steht in der Bedienungsanleitung.

Während die Programmautomatik an der Kamera herzlich wenig mit Fotografieren zu tun hat, ist es völlig legitim, die Blendenautomatik (A oder Av) oder die Zeitautomatik (T oder Tv) zu verwenden – den 3. benötigten Wert kann die Kamera deutlich schneller berechnen als ihr. Den manuellen Modus benötigt ihr dann für ganz spezielle Lichtsituationen, wo sich die Kamera vermutlich für die falschen Einstellungen entscheiden würde, wie z. B. beim Schattenriss oder bei Nachtaufmahmen. Ebenso legitim ist es, den Autofokus zu verwenden. Das hat die Kamera gelernt, das kann sie besser als ihr – das Selberdrehen am Fokusring trifft nur für ganz wenige, besondere Situationen zu.

Generell muss man sich merken, dass alle Lichtquellen für die Dauer des „Fotomachens“ erfasst werden und alle normalen Objekte nur, wenn sie sich nicht bewegen oder eben kurz genug belichtet wird. Mit diesem Wissen können dann z. B. Lichtspielereien mit Taschenlampen gemacht werden oder ganze Bahnhofsvorplätze während der Hauptbetriebszeit von Menschen mit der richtigen Einstellung „leergefegt werden“. Dies nur am Rande.

Der Blitz ist bei der richtigen Katzenfotografie verpönt. Wenn, dann bevorzugt man einen indirekten Blitz, der z. B. zur Decke ausgerichtet ist oder man verwendet andere indirekte Lichtquellen, Diffusoren, oder statt des Blitzes Reflektoren, was natürlich wieder Planung (und Kooperation) voraussetzt. Dass es ohne Blitz nicht geht, wenn man bei widrigen Verhältnissen ganz schnell unbedingt dieses Foto machen möchte, ist klar, aber ‚eingebauter Blitz pur‘ ist dann eher Knipserei und verabreicht dem Motiv eh rote Augen und wird von uns hier erstmal nicht weiter erwähnt.

Noch ein Wort zur Naheinstellgrenze. Jedes Objektiv hat eine gewisse Naheinstellgrenze. Naheinstellgrenze bedeutet, dass etwas erst ab einem gewissen Mindestabstand scharf wird. Ein Grund, warum es z. B. spezielle Makroobjektive gibt, bei denen man ganz nah ans Objekt heran kann. Je länger die Brennweite ist, desto länger ist i. d. R. auch diese Naheinstellgrenze. Bei unserem 150-600 mm Teleobjektiv beträgt diese z. B. ganze 2,8 Meter. Alles darunter wird zwangsläufig unscharf. Was andererseits wieder ein Vorteil sein kann, da man so auch lästige Gitterzäune im Zoo verschwinden lassen kann.

Nicht „unscharf“ wegen unfähiger Fotografin sondern das Modell hat den Kopf nach vorn bewegt und so die Naheinstellgrenze unterschritten. In diesem Bereich (hier <45 cm) wird dann zwangsläufig IMMER ALLES unscharf.

Für die kätzischen Stars vor der Kamera gilt es jetzt also, für das richtige Motiv die richtigen Einstellungen zu finden.

All das, was Du dann idealerweise als „Rohdatei“ – also im RAW-Format – fabriziert hast, kannst Du noch mittels einer digitalen Dunkelkammer, wie z. B. der Software Lightroom® von Adobe, weiter ‚entwickeln‚. Karsten nennt das auch gerne die „andere Hälfte der Fotografie“. Er bietet auch einen prima Online-Kurs an, bei dem das Optimieren im Vordergrund steht und nicht das Retuschieren, Verändern oder neu Kreieren.

Jetzt kommen wir aber mal zur Praxis:

1. Die Katze ist in Action

Ihr kennt das! Ob die dollen 5 Minuten, das Jagdspiel mit den Wollsocken, der Sprint den Baum hoch, Flugszenen – es ist schon schwer den Rabauken mit blossen Augen zu folgen – durch eine Kamera betrachtet (je professioneller man wirken möchte, desto eher sollte man durch den Sucher gucken und nicht auf das Display 😉 da gibt es noch viele wichtige Informationen zu entdecken) sind sie noch schwerer zu fassen.

a) Du möchtest die Bewegungen einfrieren und ein knackscharfes Bild haben

Dafür benötigst Du Licht. Viel Licht. Hier musst Du nämlich mit Belichtungszeiten kleiner-gleich 1/1.000 Sekunde – also sehr kurzen – arbeiten. Oder den ISO hochschrauben, dann kann es irgendwann anfangen zu rauschen – also hinterher zu unschönen Körnermustern auf dem Foto führen.

Am besten verwendest Du hierfür die Zeitautomatik und stellst erstmal 1/1.000 Sekunde ein. Den ISO-Wert beschränkst Du auf den maximal möglichen rauschfreien Wert. Je nach Kamerasensor kann dies bereits ab 1.600 oder auch erst ab 12.800 der Fall sein. Bei unserer sieht man so bei 6.400 ein für unsere Augen unschönes Rauschen, wir nutzen aber auch viel die ISO-Automatik und haben diese auf ISO 800 als Höchstgrenze beschränkt. So kommen wir bei allen Motiven super klar, unser größter Fehler ist es nämlich irgendwelche Einstellungen vergessen zurückzuändern und dann sieht man erst daheim am großen Bildschirm wie doof das mal wieder war und unter Umständen war der Fotoausflug sogar ganz für Nüsse, weil auf dem kleinen Bildschirm bei der Sofortkontrolle noch alles tofte aussah.

Die Zeitautomatik wird die passende Blende auswählen, die so groß wie möglich, aber so klein wie nötig sein wird. Wir erinnern uns: Je weiter die Blende geöffnet ist (kleine Blendenzahl) desto weniger Tiefenschärfe haben wir. Bei unserem „Portrait-Objektiv“, der 50 mm Festbrennweite mit maximal möglicher 1.4 er Blende könnte diese Unschärfe bei weniger Licht also bereits im zu fotografierenden Objekt liegen. Das sieht dann unter Umständen dann unscharf aus, obwohl es das eigentlich nicht ist. In einem kleinen Bereich zumindest 😉

Jetzt kommen ein paar Beispiele, aber vorweg: Das perfekte Bild haben wir dazu leider nicht. Wir haben es ein paar mal probiert, aber für Wohnungskatzen-Lichtverhältnisse eben generell etwas schlechtere Bedingungen und mit einer One-Woman-Show ist das Ganze umso schwieriger. Ein Gehilfe, der die kätzischen Stars bespaßen kann, während ihr euch ganz allein auf das Fotografieren konzentriert, ist also in jedem Fall angebracht.

b) Du möchtest die Geschwindigkeit mit einbeziehen und einen Wischeffekt haben

Dazu benötigst Du viel Platz und eine Katze, die gewillt ist, mal eine längere Strecke zu rennen.

2. Die Katze bewegt sich nicht wirklich und Du möchtest ein schönes Portraitfoto

a) mit wenig Tiefenschärfe

b) mit viel Tiefenschärfe, weil der Hintergrund in dem Moment auch wichtig ist

3. Du möchtest eine bestimmte Situation festhalten

4. Du möchtest ein kreatives Stilmittel mit einbringen

a) „Shilouette“ der Katze vor einem Sonnenuntergang

b) Nachtaufnahme vor dem Sternenhimmel

c) Nur das Gesicht im Licht und der Rest im Schatten

d) Bokeh mit Schablonen verändern

e) Ein besonderes Objektiv verwenden, wie z. B. ein „Fisheye

5. Du möchtest ganz besondere Situationen selbst inszenieren

a) „Scheibenlecker

b) „Hoverboat-Katze

c) Spielereien mit Wasser

Beispielseiten, wie man es richtig macht und „Katzenfotografen“:

Kio-Fotos
Kathrin Gerz – Katzenfotos
Anke Jurracks Pet Picture Pool bei Flickr

Tierfoto-Agenturen (wenn wir alle mal soweit sind)

Tierfoto-Agentur

 

Maunz uns was...

%d Bloggern gefällt das:

Diese Seite verwendet Kekse äh Cookies. Mit der Nutzung dieser Seite erklärst du Dich automatisch damit einverstanden. weitere Informationen

Was sind Cookies? Cookies sind generell kurze Textinformationen, die Webserver im Browser speichern und später wieder abrufen können. Webanbieter nutzen Cookies für vielerlei Funktionen, von spezifischen Einstellungen für Webseiten bis hin zum Verfolgen Ihres Surfverhaltens. Cookies können unterschiedlich lang im Browser gespeichert bleiben. Davon unabhängig bietet jeder Browser die Möglichkeit, sich die Cookies anzeigen zu lassen, einige oder alle zu löschen oder das Speichern von Cookies ganz zu blockieren. Es gibt viele Mythen über Cookies. Um damit aufzuräumen, schaffen wir Klarheit: Was Cookies nicht sind: * Cookies sind keine Viren, und können auch keine Schadsoftware auf dem Computer installieren. Sie sind nur kurze Texte, die zwischen Webserver und Browser ausgetauscht werden. * Cookies sind nicht für das Öffnen von Pop-up-Fenstern zuständig. Ein Cookie kann jedoch die Information speichern, dass ein Pop-up-Fenster bereits angezeigt wurde, so dass es nicht mehr erscheint. * Cookies werden nicht zum Versenden von Spam verwendet. * Cookies werden nicht ausschließlich für Werbezwecke eingesetzt. (Quelle: https://www.verbraucher-sicher-online.de/artikel/cookies-kruemel-moechte-keks-haben-teil-1)

Schließen