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Saanti: Was ist das denn für ein Irrenhaufen hier?

Saanti: Was ist das denn für ein Irrenhaufen hier?

Also echt mal. Erst verschleppen die mich aus dem Osten und dann ist hier alles anders. Sogar eine andere Sprache sprechen die hier. Auch wenn die neue Putze mich hier mit einem flotten Здравствуй (= Grüß Dich, gesprochen: Sdraßtwüij) aus ihren ausgegrabenen Russisch-Kenntnissen begrüßt hat, ist das doch alles sehr merkwürdig.

Wenn ich was von dem Rohzeug mampfe, dann leuchtet ihr Gesicht richtig. Brauchste keine Taschenlampe mehr. * schwör * In dem Moment, wo ich aber einen neuen Sprintrekord hinlege, weil ich die Doofu-Tüte (Anm.d.Red.: Doofu =  doofes Trockenfutter) rascheln höre, aus der es hier was zum Fummeln gibt, fällt aber jede Helligkeit von ihr ab. Egal, mir schmeckt es auch im Dunkeln. Alles, was dazwischen ist mampfe ich auch anstandslos. Komme halt aus dem Osten, da gibbet ja nix.

Gibt es natürlich genug, aber das vergessen die meisten ganz gerne. Was es dort nämlich momentan im Überfluss gibt, das ist Krieg. Und deswegen bin ich überhaupt hier gelandet.

Ich komme aus Kiev, das liegt in der Ukraine und ist noch ein bisschen weiter vom Krieg weg als das Städtchen Dnipropetrovs’k, aus dem die neue Futterfrau eigentlich die kleine Ivanka adoptieren wollte. Leider starb die bei der Kastra, was mich dann aber wiederum ein paar Wochen später ins Spiel brachte.

Mein Weg war so ähnlich wie der jeder Katze aus diesem kriegsgebeutelten Land: irgendwann stand ich inmitten einer Katergang, der ich mich angeschlossen hatte, weil da eine nette Frau kommen soll und uns Futter gibt. Und die gab mir nicht nur Futter, sondern hat mich nach einer Woche auch gleich einkassiert, weil man mir gleich ansah, dass ich entweder aus dem sicheren Zuhause geworfen wurde, weil meine Menschen nicht wussten, wie sie mich auch noch mit durchfüttern sollen oder ich wurde zurückgelassen, weil meine Menschen aus Angst vor dem Krieg flüchten und woanders hingehen. Da bleiben viele Haustiere auf der Strecke und müssen gucken, wie sie sich selbst durchschlagen. Die wenigsten haben Glück, dass sich ihre Menschen auch noch um sie kümmern, wenn sie ihr Heim verloren haben, wie diese Frau mitten im Kriegsgebiet: „Den Alltag überstehen:

Ich hatte das, was sich später als Glück heraus stellte, und wurde einfach mitgenommen. Es gab ein paar doofe Phasen, in denen ich gepiekst, beguckt und alleine eingesperrt sein musste (meine Dinger haben sie mir auch geklaut!!!), aber die meiste Zeit konnte ich mit anderen Kumpels auf meiner neuen Pflegestelle rumsausen.

Bis ich dann „der Kater, der am schnellsten weg war“ geworden bin, nachdem meine neue Tippse ja bereits die positive Vorkontrolle hinter sich hatte und nur noch ja sagen musste. Einen neuen Namen durfte sie mir auch geben.

Nachdem sie zuletzt in Tibet auf Namenssuche war, ist sie diesmal in Nepal fündig geworden. 5 Tage nach den schlimmen Anschlägen in Paris und dem unverändert schwelenden Krieg in der Ukraine hat sie sich für die Entsprechung von „Frieden“ entschieden. Auf Nepali heisst das „SAANTI“.

Und da bin ich!

Hallo Welt!

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Um nicht gleich mein ganzes Pulver zu verschiessen und noch genug für Folgebeiträge zu haben, nur erstmal so viel: Mit den anderen klappt es super. Meine neue Putze ist der festen Überzeugung, dass ich als Kind in den Zen-Topf gefallen sein muss.

Und in meinem nächsten Beitrag stelle ich euch den Verein „Helping Hands“ näher vor, die das alles organisiert haben.

Saanti: Hand in Hand for Cats - Katzen aus der Ukraine
Lucy: Ja, wer knuspert denn da mein Spielzeug an? [Katzenspielzeug richtig lagern]

9 Kommentare

  1. fellindianer
    19 Dez 2015

    Hi Saanti – willkommen <3
    … wir denken du hast einen Platz in einem der besten Irrenhaufen bekommen 😉
    Maunzer, die Fellindianer

  2. Du bist aber ein Hübscher! Alles Gute in der neuen Heimat 🙂

    Liebe Grüße von Bärbel (Dienstbotin von Elvis)

  3. The Swiss Cats
    19 Dez 2015

    Willkommen Saanti ! Alles Gute in deinem neuen Haus ! Schnurr

  4. Christina
    20 Dez 2015

    Willkommen hier im Westen, Saanti – du hast das Glückslos gezogen mit deinem Irrenhaufen, wart nur ab.

    Liebe Grüße von Christina

  5. engelundteufel
    20 Dez 2015

    Hallo Saanti,
    wir heißen dich in Deutschland willkommen und maunzen dir – dein neuer Irrenhaufen ist echt klasse 😀 Wir freuen uns für dich, dass du es raus geschafft hast aus dem Krisengebiet und das große Los gezogen hat mit deiner neuen Familie. Wir wollen aber noch viel von dir lesen und sehen – hörst du 🙂
    Schade, dass es die kleine Ivanka nicht geschafft hat – ein wenig Frauenzuwachs wäre schon gut gewesen. Aber wir freuen uns total für dich 😀
    Schnurrer Engel und Teufel

  6. Elke
    23 Dez 2015

    Hallo, Saanti,

    du kannst es ja gar nicht einschätzen, wie gut du es getroffen hast, jetzt
    in Deutschland zu sein. Dazu hast du noch das große Glück, ein tolles
    und liebevolles Zuhause bekommen zu haben.
    Schön, dass dich deine anderen vierbeinigen Mitbewohner so gut
    aufgenommen haben. Du bist ja so ein hübscher Kerl, deine Augen
    sehen wunderschön aus!!!
    Genauso wie Engel und Teufel freue ich mich ganz doll für dich.
    Es ist natürlich sehr traurig, dass die kleine Ivanka die Kastration nicht
    überlebt hat. Leider ist das Leben oft nicht so, wie man es sich wünschen
    würde. Arme kleine Maus!!!

    Liebe Grüße von
    Elke

  7. Beate
    27 Dez 2015

    Hallo, weiß jetzt nicht so genau wie ich auf eure Seite gekommen bin aber ich finde diese Story echt süß. Und die Katze erst! Ok, sie kommt aus Kiev aber welche Rasse ist das denn bitte? Kömnt ihr mir das bitte verraten?! Danke euch! Lg und natürlich ….. in diesem Sinne auch ……. Frohe Weihnachten und genießt die Festtage im Kreise eurer Familie. Alles Gute für das Jahr 2016!  

  8. Schnurr lieber Saanti,

    wir heißen dich herzlich willkommen hier in Deutschland.
    Du bist aber ein ganz Süßer und du kommst aus dem Osten,
    wir ich, Lien mit meiner Schwesterfinja kommen aus dem Süden, genau gesagt
    sind wir Katzen vom Fluss ~ The River Cats vom Jerez de la Frontera.
    Dort wurden wir vom spanischen Tierschutz gerettet.

    Hast du auch am Anfang garnicht gewußt, was deine Leute von dir wollten, wenn sie mit dir gesprochen haben ? *kicher*

    Leider kann unser Fraule nur essen und trinken in spanisch bestellen und wir konnten noch kein Wort deutsch, das war echt blöd.

    So jetzt tapsen wir schnell nach Hause, es gibt bald Abendbrot, Fleisch, Fleisch, Fleisch ~ wir sind nämlich Barfer.

    Nasenstupser Finja & Lien

  9. Schnurrbidu lieber Saanti,

    nun auch von uns noch ein Willkommen in deinem Irrenhaus 😀
    Scheint so das passt perfekt für dich, denn schließlich ist es toootaaaaal irre wie du alle so schnell um die Pfote wickelst.

    Wir wünschen dir viel Spaß in deiner neuen Familie, auf viel Schandtaten 😀

    Schnurrer
    Shadow, ernie, Monti & Finn

Maunz uns was...

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